PALYA

Leserkommentare zum ersten Band

Feedback und Beweise für die Existenz des Fehlerteufels an: du_jupe at hotmail.com – Vielen Dank :)

Claude P.

Die Aufmachung: Der Gesamteindruck verdient zweifellos eine glatte EINS. Ein schönes Titelbild, eine kurze und präzise Inhaltangabe, sowie ein paar Infos über den Autor. Ein sehr handliches Format rundet die Bewertung ab.

Der Inhalt: Eine einfach gezeichnete Karte der Goldinsel, die dem Leser während der Lektüre hilfreich zu Seite steht. Der Satzspiegel ist mir zu flächenfüllend ausgefallen, was den Lesefluss leicht bremst. Schriftbild und -größe sind ok. Etwas mehr Anhang wäre nett gewesen.

Die Story: Anfangs lernt der Erkunder von Payla viele unterschiedliche Charaktere kennen, was eine gewisse Aufmerksamkeit erfordert, vor allem weil zahlreiche Wechsel der Schauplätze einen leicht verwirren können. Die Charaktere sind jedoch solide aufgebaut und ihr Umfeld wurde ausführlich, oft bis ins kleinste Detail beschrieben. So entwickelt sich die Geschichte erst langsam, kommt aber bereits kurz vor dem ersten Drittel so richtig in Fahrt und baut auch die nötige Spannung auf. Von den kleinen Dörfer im Süden und Norden, über die Hafenstadt Sdalte bis hin zur Hauptstadt Centrimett begleitet uns, bis zum Schluss des Romans, ein interessantes Intrigenspiel um Macht und Gold, das selbst so exotische Geschöpf wie die Drachenpferde in den Schatten stellt.

Fazit: Als Einsteigeband ein gelungenes, fantasievolles Werk und der Autor soll gefälligst ein paar weitere folgen lassen.

Erwartungen: Hier sollten unbedingt die Figuren Sydel, Klaus und Jean ausgebaut werden. Nicht so große Romantiker hoffen, dass die Storyline um Eva und ihren Richolf nicht ins Kitschige abschweift. Gleiches gilt für den Theatermenschen Renaut. Auch Martha sollte auf Delila nicht vergessen werden. Leider sind die „Grauen Dolche“ ja schon weg vom Fenster, aber eine Auferstehung wäre eine prima Sache. Warum nicht in Verbindung mit den restlichen Frauen der Fürstengarde (Martha als Graue)?

Da wären noch die beiden Gottheiten Nodinok, der Gott des Meeres und Drallok, dem Gott des Landes, von denen es bestimmt ein paar Geschichten zu erzählen gibt. Und aufgepasst: all dies spielt sich nur auf Payla ab, doch nahe der Goldinsel lauern bestimmt auch noch aufregende Abenteuer.

Elif S. (estheion)

Payla – Die Goldinsel entführt den Leser in eine Welt, die eine gelungene Mischung aus Anlehnungen an die bekannten Kulturen unserer Geschichte und verschiedenen fantastischen Elementen und eigenen Sozialstrukturen darstellt. Pierre Heinen erzeugt so in seinem ersten Band eine Umgebung, die gleichermaßen sorgfältig ausgearbeitet, authentisch und bodenständig wirkt.

Die Geschichte beginnt unmittelbar mit einer Vielzahl von Charakteren und Handlungssträngen, die den Einstieg vielleicht etwas umständlicher machen, als es sein müsste; Figuren und Schauplätze werden jedoch lebendig geschildert, so dass es nicht schwer fällt, sich in den verschiedenen Situationen einzufinden. Die Geschichte baut dabei in ihren unterschiedlichen Handlungssträngen in jedem Fall genug Spannung auf, um wissen zu wollen, wie es weitergeht. Bemerkenswert ist zudem, dass es dem Autor gelungen ist, eine glaubhafte Balance zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen zu erzeugen, und man so sowohl den politischen Geschehnissen und Verwicklungen als auch den Problemen junger Soldatenanwärter gut folgen kann.

Die Ausgestaltung der Charaktere überzeugt im Ganzen, allerdings lässt der erste Band noch große Freiräume, die Persönlichkeit verschiedener Figuren noch tiefgehender zu formen. Wünschenswert wäre für die weitere Entwicklung vor allem, dass der eine oder andere Charakter sich merklich weiterentwickelt oder sogar eine komplette Wendung in seinen Ansichten und Motiven vollzieht, um die Figuren auf Dauer nicht zu starr erscheinen zu lassen. Sprachlich bewegt sich der Autor auf einem angenehmen Niveau, in das sich die verschiedenen sozialen Schichten der Geschichte mit ihren unterschiedlichen Ausdrucksweisen gut einfügen. Teilweise sind einige sprachliche Stolpersteine zu finden, die allerdings bei einem unlektorierten Werk kaum zu vermeiden sind; persönliches Empfinden mag vielleicht sein, dass auch etwas zu häufig die alltäglichen Relativpronomen durch "welche/r/s" ersetzt wurden, was einen etwas gestelzten Eindruck macht.

Im Ganzen überzeugt Payla – Die Goldinsel durch eine gut erzählte, lebendige Geschichte und kommt dabei als Fantasyroman gut ohne übertriebene Epik und viele zauberhafte Wesen aus. Auf die Folgebände wird jedenfalls mit Spannung gewartet...

 

Franky H. (KML)

Payla – Die Goldinsel: ein Werk was mich nach einigen Einstiegsschwierigkeiten richtig fesselte. Schnell taucht man in diese neue fiktive Welt die hier und da Parallelen zu unserer Welt aufblitzen lässt. Pierre Heinen hat eine Fantasywelt erschaffen die man nur ungern wieder verlässt. Das Werk liest sich flott bis zum Schluss und das Warten auf die Forstsetzung fällt schwer..

Fazit: Bestellen, Lesen und Weiterempfehlen! 5 Sterne!

 

Fern

Der Autor ist nach eigenen Aussagen seit jeher ein begeisterter Leser von historischen Romanen, was sich dann folgerichtig in seinem im Dezember 2009 bei BOD erschienenen Erstlingswerk niederschlug. "Die Goldinsel" von Pierre Heinen ist  der erste Band des Payla-Zyklus, ein Fantasyepos vor einem fiktiven historischen Hintergrund in einem fiktiven Land - Drama, Action, Spannung und sehr viel "allzu Menschliches" - eine Mischung, die der Autor in eine bisweilen schnoddrige, der Szene und den Abläufen seiner Story angepassten Sprache verpackt.

Dem Leser werden die Atmosphäre und die Handlung durch sparsame, aber präzise Schilderungen der Schauplätzen und der Charakterisierung der darauf agierenden Protagonisten sehr gut veranschaulicht. Versteckte Anspielungen in Bezug auf Epochen unserer okzidentalen Geschichte verleihen Heinens Roman, sozusagen als Bonus, eine gewisse pikante Note.